Cornelia Vonlanthen Schildknecht
weiss, worauf Jugendliche bei der Lehrstellensuche achten sollten.
Die Spitex Linth feiert am 5. September ihr zehnjähriges Bestehen. Gleichzeitig lädt sie am Nationalen Spitex-Tag zum Tag der offenen Tür an ihrem neuen Standort beim Spital Linth in Uznach ein. Besuchende erhalten hierbei einen Einblick in die modernen Räumlichkeiten und die vielfältigen Dienstleistungsangebote.
Region Seit Februar befindet sich die Spitex Linth an ihrem neuen Standort beim Spital Linth. Die modernisierten und hellen Büroräumlichkeiten bieten bessere Arbeitsbedingungen. Zudem ergeben sich durch die Nähe zum Spital neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. So können Mitarbeitende der Spitex bereits bei Austrittsgesprächen eingebunden werden, wodurch die Übergänge für Patientinnen und Patienten vereinfacht werden. Am 5. September erhalten Interessierte am Tag der offenen Tür die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten kennenzulernen. Jede Stunde finden Führungen statt. In den einzelnen Büros werden verschiedene Fachbereiche vorgestellt. So können Besuchende beispielsweise mehr über die Altersberatung erfahren oder selbst ausprobieren, wie Verbände angelegt werden. Daneben warten ein Wettbewerb mit Preisen, Kinderschminken, ein Auftritt des Jodelclub Gommiswald sowie Verpflegungsmöglichkeiten auf die Gäste.
Wachstum auf vielen Ebenen
In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Spitex Linth stark verändert. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Personalbestand. Während bei der Gründung rund 60 Mitarbeitende beschäftigt waren, arbeiten heute über 100 Personen für die Organisation. «Wir haben mittlerweile auch fünf Männer im Team, das ist erfreulich», sagt die Geschäftsleiterin Christine Schnyder. Gleichzeitig wurde das Angebot laufend ausgebaut. Neben der klassischen Pflege gehören heute die Tages- und Nachtspitex, Psychiatrie-Spitex, Palliative Care, Dementia Care, Haushaltshilfe, Stopp Sturz- und Altersberatung zum Angebot. Auch die Arbeitsweise hat sich gewandelt. Früher wurden Einsatzpläne mit Pinnwänden, Mäppchen und Notizzetteln organisiert. Heute erfolgt die Planung digital über das Handy. Dadurch müssen die Mitarbeitenden nicht mehr jeden Morgen zuerst den Stützpunkt aufsuchen, sondern können sich ihre Einsätze zuhause anschauen und direkt zu ihren Klientinnen und Klienten fahren. «Das ist vor allem für Familien ein grosser Vorteil, da sie so viel Zeit sparen können», sagt Schnyder. Ein weiterer wichtiger Meilenstein war der Aufbau der Ausbildung. Heute verfügt die Spitex Linth über fünf Berufsbildnerinnen sowie eine Ausbildungsverantwortliche. Aktuell absolvieren neun Lernende ihre Ausbildung bei der Spitex. «Somit haben wir eine gute Mischung von Jugendlichen bis zu Pensionierten», so Schnyder. Auch für langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien die Lernenden ein grosser Mehrwert: «Das Team lernt auch von ihnen und bleibt auf dem aktuellen Wissensstand.»
Pflege wird immer komplexer
Neben den positiven Entwicklungen gab es in den letzten zehn Jahren auch Herausforderungen. Die Digitalisierung schreitet im Gesundheitswesen rasch voran und verlangt den Mitarbeitenden laufend neue Kompetenzen ab. «Der Beruf besteht heute nicht mehr nur aus Pflege, sondern auch aus Büroarbeit», erklärt Schnyder. Gleichzeitig werden die Menschen älter und nach Spitalaufenthalten früher nach Hause entlassen. Dadurch nehmen die Krankheitsbilder und Betreuungsaufgaben an Komplexität zu. Auch der Fachkräftemangel beschäftigt die Branche. Die Spitex Linth sei diesbezüglich jedoch in einer guten Situation. Viele neue Mitarbeitende würden über Empfehlungen auf die Organisation aufmerksam. Der diesjährige Nationale Spitex-Tag steht unter dem Motto «Gute Pflege heisst: Cool bleiben». Für Schnyder bedeutet dies weit mehr als nur Gelassenheit. Spitex-Mitarbeitende seien bei jeder Witterung unterwegs: bei Hitze, Regen, Schnee oder Hagel und oft auch in abgelegenen Gebieten wie Amden oder Atzmännig. Ebenso wichtig sei der Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Schmerzen, Depressionen oder Einsamkeit würden den Alltag vieler Klientinnen und Klienten prägen. «Man muss die Menschen so nehmen, wie sie sind, sich anpassen können und trotzdem professionell bleiben», sagt Schnyder. Neben fachlichem Wissen brauche es deshalb vor allem Empathie, Belastbarkeit und die Fähigkeit, sich abzugrenzen.
Blick in die Zukunft
Für die Zukunft hat sich die Spitex Linth weitere Ziele gesetzt. Besonders die Altersberatung, die sich derzeit in einer Pilotphase befindet, soll erfolgreich etabliert werden. Gleichzeitig sollen die verschiedenen Dienstleistungsbereiche weiterentwickelt werden. Schnyder ist überzeugt, dass die Bedeutung der Spitex in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Der steigende Pflegebedarf und der Fachkräftemangel werden die Branche vor Herausforderungen stellen. Verbesserungsbedarf sieht sie zudem bei den Schnittstellen zwischen Hausärzten, Spitälern und Spitex-Organisationen. «Es wäre einfacher, wenn alle auf die gleichen Unterlagen zugreifen könnten», sagt sie. Trotz aller Herausforderungen blickt die Geschäftsführerin optimistisch in die Zukunft. «Die Spitex ist ein cooler Job. Kein Tag ist wie der andere, und man bekommt viele Lebensgeschichten mit. Ich kenne keinen Beruf, der so viel Wertschätzung und Dankbarkeit erfährt wie die Pflege.»
shs
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