Cornelia Vonlanthen Schildknecht
weiss, worauf Jugendliche bei der Lehrstellensuche achten sollten.
Sara Leuzinger stellt an den Pro Tier Tagen ihren Erlebenshof in Uetliburg vor.
Sara Leuzinger betreibt einen Erlebenshof in Uetliburg. An den Pro Tier Tagen am 5. und 6. September erhalten Besuchende die Möglichkeit, den Hof und die Tiere besser kennenzulernen. Weitere Informationen unter: www.erlebenshof.ch.
Sara Leuzinger, was erwartet die Besucherinnen und Besucher bei den Pro Tier Hoftagen auf Ihrem Erlebenshof?
Sie erhalten einen persönlichen Einblick in unseren Erlebenshof und lernen die geretteten Tiere kennen, die hier leben: Schweine, Schafe, Kühe, Hühner, Gänse, Katzen und ein Hund. Bei Hofführungen erzählen wir von unseren Tieren, ihren Geschichten und ihren individuellen Bedürfnissen. Die Hoftage bieten die Möglichkeit, den Hof in ruhiger und ungezwungener Atmosphäre zu entdecken, Fragen zu stellen und unsere Arbeit kennenzulernen. Es geht darum, Tiere nicht nur aus der Distanz zu sehen, sondern ihnen mit Respekt zu begegnen und mehr über ihr Leben zu erfahren.
Was ist Ihnen an den Hoftagen besonders wichtig?
Die Begegnung zwischen Mensch und Tier. Dabei entstehen oft ganz besondere Momente: Kinder werden neugierig, Erwachsene kommen zur Ruhe und viele Menschen entdecken, wie unterschiedlich und individuell Tiere sind. Wir möchten zeigen, wie bereichernd der Kontakt zu Tieren sein kann und wie viel wir von ihnen lernen können: über Vertrauen, Respekt, Geduld und gegenseitige Rücksichtnahme. Gleichzeitig möchten wir die Menschen für einen wertschätzenden Umgang mit Tieren, der Natur und unserer Umwelt sensibilisieren. Wer den Hof besucht, soll nicht nur Informationen mitnehmen, sondern vor allem schöne und nachhaltige Erlebnisse.
Sie haben den Hof Ihres Vaters 2022 übernommen und ihn gleichzeitig grundlegend verändert. Was hat Sie damals zu diesem Schritt bewogen?
Der Hof war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens. Als sich vor vier Jahren die Möglichkeit ergab, ihn zu übernehmen, war für mich klar, dass ich ihn weiterführen, aber auch neu ausrichten möchte. Ich hatte den Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem gerettete Tiere ein sicheres Zuhause finden und Menschen diesen Tieren auf respektvolle Weise begegnen können. Dieser Schritt war eine grosse Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine Herzensentscheidung. Heute bin ich dankbar, dass ich diesen Weg gegangen bin und meine Vorstellungen Schritt für Schritt umsetzen darf.
Und was unterscheidet Ihren Erlebenshof heute von einem herkömmlichen Bauernhof?
Unser Erlebenshof ist in erster Linie ein Ort der Begegnung. Die Tiere stehen nicht als Nutztiere oder Ausstellungsobjekte im Mittelpunkt, sondern als fühlende Lebewesen mit eigenen Persönlichkeiten und Bedürfnissen. Besucherinnen und Besucher können beobachten, Fragen stellen und – je nach Angebot und Situation – auch einen direkten Kontakt zu den Tieren erleben. So entstehen persönliche Erfahrungen, die oft lange in Erinnerung bleiben. Der Hof bietet verschiedene Möglichkeiten, diese Begegnung zu erleben: bei Hofführungen, beim Tierkuscheln, bei Kinderangeboten, Schulbesuchen, Teambuildings oder besonderen Aufenthalten mit Übernachtung und Camping. Dabei wird Wissen nicht nur vermittelt, sondern vor allem durch eigenes Erleben zugänglich gemacht.
Sie arbeiten zusätzlich 80 Prozent. Wie schaffen Sie es, Beruf und die anspruchsvolle Arbeit auf dem Hof unter einen Hut zu bringen?
Einfach ist es nicht. Die Arbeit auf dem Hof kennt keine Bürozeiten. Die Tiere müssen jeden Tag versorgt werden, unabhängig davon, ob ich arbeite, Wochenende ist oder Feiertage sind. Es braucht eine gute Organisation, klare Prioritäten und Menschen, die mich unterstützen. Ohne Hilfe wäre es nicht möglich, Beruf, Hofarbeit und die Verantwortung für die Tiere miteinander zu verbinden. Auch meine Familie, Freunde und freiwillige Helferinnen und Helfer leisten einen wichtigen Beitrag.
Zum Schluss: Gibt es ein Tier-Schicksal, das Sie besonders berührt?
Die Geschichte von Schaf Gloria. Als sie zu uns kam, war sie sehr zurückhaltend und liess sich von niemandem streicheln. Mit viel Geduld, Ruhe und Vertrauen hat sie sich wunderbar entwickelt. Heute ist Gloria neugierig, sucht aktiv die Nähe zu Menschen und geniesst es, mit Besucherinnen und Besuchern zu kuscheln.
Shannon Senn
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